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Man entdeckt keine neuen Weltteile, ohne den Mut zu haben, alle Küsten aus den Augen zu verlieren. (André Gide)

Missionsarbeit

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Liebe Freunde und Wohltäterinnen unseres Stiftes und unseres Missionswerks!

„Ora et labora - Bete und arbeite!“ ist das durchgehende Thema dieses MISSIONSKALENDERS. Gewiss, reißerisch ist es nicht und schon gar nicht neu. Selbst Schulkinder kramen dieses Motto bei ihrem Besuch in unserem Kloster aus ihrem Gedächtnis. Gehört es doch zum Standardwissen über den Benediktinerorden im Geschichtsunterricht. Ob sie damit den Kern des heutigen Ordenslebens unter der Fahne des hl. Benedikt von Nursia treffen, der vor 1500 Jahren gelebt hat? Ob sie mit dieser Kurzformel noch Bilder vor Augen haben, die Mönche im Ordensgewand bei der Heuernte zeigen oder Klosterlikör abfüllen? Dabei verbindet man mit „arbeiten“ zumeist körperliche Arbeiten, mit „beten“ das gemeinsame Beten und Singen der Mönche im Chorgestühl der Kirche; der lateinische Choralgesang übt heutzutag wieder eine unerwartete Faszination selbst bei Leuten aus, die der Kirche fernstehen.

„Beten und Arbeiten“ hat im 21. Jahrhundert ein anderes Gesicht als zur Zeit Benedikts von Nursia oder auch vor nur 200 Jahren, ganz abgesehen von einem weiteren lateinischen Kurzwort, das sich aus der Ordensregel ableiten lässt: „lege“ - was übersetzt „lies“ heißt und die Beschäftigung mit der Heiligen Schrift und geistlichen Büchern meint. „Beten“ schließt alles ein, was wir Gott „hinhalten“ - das gemeinsame und öffentliche Gebet in der Kirche, das private und stille, das wortlose und bildlose Gebet.

Mit Arbeit kann heute alles gemeint sein, was Menschen auf der ganzen Erde tun - körperlich und geistig, in der Werkstatt, auf dem Feld, im Büro oder auf dem Lehrstuhl. Immer mehr machen sich Ordensleute es zur Aufgabe, sich für den Schutz und die Erhaltung der Schöpfung einzusetzen. Wir Benediktiner der Kongregation von St. Ottilien haben uns in besonderer Weise der Verkündigung des Evangeliums und der Vertiefung des Glaubens in aller Welt verschrieben. Die Berichte und Bilder über die missionarische Tätigkeit von P. Florian von Bayern in diesem MISSIONSKALENDER bei dem Stamm der Dassanech in Nordkenia veranschaulichen sehr deutlich, was „Arbeit“ unter extremen Bedingungen bedeutet.  

Der hl. Benedikt will im Grunde keine Trennung von „Gebet und Arbeit“. Alles soll „zur größeren Ehre Gottes“ geschehen. Gott ist am Schreibtisch oder in der Küche nicht anders anwesend als in der Kirche. Wir stehen immer „unter den Augen Gottes“. Zehn Jahrhunderte nach Benedikt drückt die große Theresia von Avila diese Wahrheit in dem berühmten Satz aus: „Wenn du Gott in der Küche anders hast als in der Kirche, dann hast du ihn nicht richtig.“ Die kurzen Texte der Wüstenväter über das Gebet und die Arbeit bieten allen, die sie aufmerksam lesen, manche Anregung für ihren Alltag. ihre Weisheit hat auch Benedikt bei der Abfassung der Ordensregel beeinflusst. Lassen wir uns zur „Verdauung“ der kurzen Geschichten und Worte Zeit und fragen uns: „Was sagt mir der Text? Wo finde ich mich darin wieder? Was nehme ich für meinen Alltag mit?“

Nicht zuletzt helfen auch die Monatsblätter dieses Kalenders mit ihren Bildern und Texten - wie immer aus der Feder von P. Arno Münz - zur Besinnung über unsere Art zu beten und zu arbeiten.

P. Raphael Gebauer trägt in seinem Artikel „Nicht Flucht nach vorn, sondern Weg nach innen“ Gedanken zum Missionsauftrag mitten in unserem Land Österreich oder Deutschland vor. Melden sich bei uns doch immer deutlicher gegen-christliche Kräfte, die z.B. das Kreuz in der Schule oder anderen öffentlichen Gebäuden abschaffen oder „Grüß Gott!“ verbieten wollen. Manche „Spitzen von Eisbergen“ melden sich auf diese Weise in unserer Gesellschaft. Sollen wir darüber schweigen?

Von ganzem Herzen danke ich allen, die diesen MISSIONSKALENDER zu den Menschen bringen, und allen, die ihn aufmerksam lesen. Möge das Interesse an der Verkündigung des Evangeliums wach bleiben! Wie immer fährt unser Br. Fidelis Ellensohn die Exemplare bis an „die Enden Tirols und Vorarlbergs“ und verwaltet P. Raphael Gebauer die Spenden verantwortungsvoll im Sinn unserer WohltäterInnen.

Ich wünsche allen Gottes Segen,   

Abt Anselm Zeller OSB


Der Missionskalender 2012 ist ab sofort im Stift Fiecht erhältlich
EMAIL Preis pro Kalender: € 4,--

oder hier zum Download:
 

 


Missionskalener2012_DL.pdf

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