Parte von Br. Johannes Wagenknecht

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Br. Johannes (Jürgen) Wagenknecht OSB


Missionsbenediktiner der Abtei St. Georgenberg


26. Juli 1962 – 8. Januar 2021


Unser Mitbruder war am 8. Januar 2021 zu einer Wanderung aufgebrochen und kehrte von dieser nicht zurück. Eingesetzte Suchmannschaften entdeckten den leblosen Körper unterhalb des Felsenklosters St. Georgenberg. Nach Aussage der Polizei war er im steilen, laubbedeckten Waldgelände trotz guten Schuhwerks ausgerutscht und 100 Meter in die Wolfsklamm abgestürzt. Eine herbeigerufene Ärztin konnte nur noch seinen Tod feststellen.

Tiefe Betroffenheit herrscht seit diesem tragischen Ereignis im Konvent der Abtei St. Georgenberg, bei seinen Familienangehörigen und bei den Menschen, die ihn kannten und mit ihm Umgang hatten. Lassen wir zunächst an unserem geistigen Auge das äußere Leben unseres verstorbenen Mitbruders vorbeiziehen:

Br. Johannes wurde am 26. Juli 1962 in Lustenau (Vorarlberg) als zweites von vier Kindern der Frau Maria Wagenknecht (geb. Tabernig) und des Herrn Herbert Wagenknecht geboren. Seine Mutter war Hausfrau und sein Vater Maurerpolier. Er wuchs in der Ortschaft Sulz auf und besuchte die örtliche Volksschule. 1972 wechselte er auf Empfehlung des Volkschuldirektors in das Gymnasium in Feldkirch. 1980 erlangte er die Matura mit ausgezeichnetem Erfolg. Dann folgten Studienjahre der Architektur und Forstwirtschaft in Innsbruck und Wien, verbunden mit Gelegenheitsarbeiten. Einige Jahre war er bei verschiedenen Firmen als Hilfsarbeiter und angelernter Metallarbeiter tätig.

1989 begann er seine Kandidatur in der Benediktinerabtei St. Georgenberg – Fiecht. Nach dem Postulat durfte er am 20. April 1992 unter Abt Edgar Dietel die zeitliche Profess ablegen. Im gleichen Jahr besuchte er einen Einführungskurs für Ordensverwaltung bei der Treuhandgesellschaft Unitas Solidaris in Wien. Im Vertrauen auf Gottes Gnade, Güte und Hilfe legte er unter Prior Administrator P. Dr. Leo Pittracher die ewigen Gelübde ab. Unter ihm begann er seine Arbeit in der Verwaltung bei P. Christoph Puschner. Während der Amtszeit von Abt Anselm Zeller war er einige Jahre als Verwalter (Cellerar) der Abtei tätig und kümmerte sich rührselig um unseren Mitbruder P. Benedikt Vollmann bis zum Tod. Krankheitsbedingt musste er die Aufgabe des Cellerars abgeben und konnte sein begonnenes Fernstudium der Theologie nicht zum Ziele führen.

Nach einer längeren Erholungsphase nahm er bis zu seinem Tod wichtige Aufgaben in unserer Verwaltung wahr. In unserem Wald erledigte er Brennholzarbeiten, was ihm viel Freude bereitete. Neben seinen eigentlichen Tätigkeiten half er auch immer mit, wo er gebraucht wurde, vor allem beim Umzug vom Stift auf den St. Georgenberg. In seiner Freizeit erkundete er die Besitzungen der Abtei und suchte dabei auch alte, nicht mehr eingezeichnete Wege und Steige zu finden und zu gehen. So war er derjenige, der sich im Klosterareal am Besten auskannte und diesbezüglich Fragen beantworten konnte. Manchmal äußerte er den Wunsch, sich in eine Hütte zurückzuziehen und dort ohne jede Annehmlichkeit zu leben, was ihm auch gewährt wurde.

Manchmal zog er sich auch im Alltag weitgehend innerlich zurück, auch wenn er im Umgang freundlich blieb. Auf der Suche nach Gott und seinem Wirken nahm er neben den religiösen Einheiten unserer Gemeinschaft auch an einer Weggemeinschaft der Diözese und einem Bibelkreis teil. Im Umgang mit den Mitmenschen zeigte sich Br. Johannes zugewandt, heiter, freundlich und hilfsbereit. Vor allem schlug sein Herz für die Armen. Dabei merkte er manchmal nicht, wenn er von einer bestimmten Personengruppe ausgenutzt wurde.

Sein heiteres Auftreten und seine unterhaltsame Art täuschten oft darüber hinweg, dass er unter einer Depression litt. Stationäre Krankenhausaufenthalte, Medikamente und eine längere Psychotherapie hatten dazu beigetragen, dass er seinen Alltag gut bewältigen konnte. Schade, dass sein Leben bei einer Wanderung so tragisch endete. Möge Br. Johannes erfahren haben, was Bischof Stecher einmal formulierte: „In keiner Stunde unseres Lebens umarmt uns der Herr inniger als in unserer Letzten.“

Auf das irdische Leben unseres Mitbruders zurückschauend war es „ein Leben in Fragmenten“, das Gott nun ergänzen und vollenden möge. Wir danken ihm, dass er einen großen Teil seines Lebens mit uns „unter der Führung des Evangeliums“ geteilt hat.

Wir feiern für unseren Mitbruder Br. Johannes am Samstag, 23. Januar 2021, um 14.00 Uhr in der Stiftskirche Fiecht das Requiem.

Prior Administrator P. Raphael Klaus Gebauer OSB und Konvent der Abtei St. Georgenberg

Bruder Johannes Wagenknecht OSB gestorben

Wie gern bin ich gewandert
über Berge, Wald und Flur
nun bin ich heimgegangen
zum Schöpfer der Natur.

Unser Mitbruder war am 8. Januar 2021 zu einer Wanderung aufgebrochen und
kehrte von dieser nicht zurück.
Eingesetzte Suchmannschaften entdeckten die Leiche unseres Mitbruders
am nächsten Tag unterhalb des Felsenklosters St. Georgenberg.

Nach Aussage der Polizei dürfte er im steilen, laubbedeckten Waldgelände
ausgerutscht und 100 Meter in die Wolfsklamm abgestürzt sein.


Br. Johannes (Jürgen) Wagenknecht OSB
(Konventuale der Abtei St. Georgenberg)

geboren am 26. Juli 1962 in Lustenau (Vorarlberg)
Profess abgelegt am 21. April 1992
gestorben am 8. Januar 2021

Nimm mich auf, o Herr, nach deinem Wort, und ich werde leben.
Lass meine Hoffnung nicht zu Schande werden.

Aufbahrung: am Freitag, 22. Januar 2021 ab 9.00 Uhr in der Stiftskirche Fiecht
Requiem und Beisetzung: am Samstag, 23. Januar 2021 um 14.00 Uhr in der Stiftskirche Fiecht

Aufgrund der Pandemie und des Lockdowns können  ca. 50 Personen an den Feierlichkeiten teilnehmen.

Parte von P. Arno Münz

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P. Arno (Winfried) Münz OSB

Missionsbenediktiner der Abtei St. Georgenberg

5. Februar 1940 – 16. Oktober 2020


In der Krankenabteilung der Erzabtei St. Ottilien verstarb am 16. Oktober 2020 unser Mitbruder P. Arno Münz OSB. Aufgrund seines in den letzten Monaten immer schlechter werdenden Gesundheitszustandes und den damit verbundenen Krankenhausaufenthalten war der Tod für ihn eine Erlösung. Er wusste, wie es um ihn bestellt war, denn vor einigen Wochen äußerte er bereits, dass er Weihnachten nicht mehr erleben werde.

Am 5. Februar 1940 erblickte er als erstes von zwei Kindern der Volksschullehrerin Maria Münz, geborene Dahnes und des Gymnasiallehrers und Schriftstellers Karl Münz in Kaisers-lautern das Licht der Welt. Da die Mutter als Lehrerin von den Amerikanern angestellt war, musste die kleine Familie keinen Hunger leiden. Wegen des zweiten Weltkrieges sah ihn sein Vater zum ersten Mal, als er fünf Jahre war. Da seinem Vater verschiedene Gymnasiallehrerstellen zugewiesen wurden, verbrachte er seine Kindheit und Jugendzeit  verbunden mit dem Besuch der Volksschule in Hollenbach und Dietenheim, der Oberrealschule der Schulbrüder in Illertissen und des Deutschorden – Gymnasiums in Bad Mergentheim, wo ihm das Zeugnis der Reife (Abitur) 1959 erteilt wurde.

Da er „heil“ aufwachsen sollte, wurde  – auch durch den Einfluss seiner Oma – alles „Dämonische“ von ihm ferngehalten und Fußball spielen, Tanz, Wagner Opern und Blech-musik hören oder spielen war in der Familie Münz verpönt. Hausmusik, Spielnachmittage und Schachpartien waren für ihn eine schöne Abwechslung. Interessant waren auch die Begegnungen im Hause Münz mit Schriftstellern unter anderen z.B. mit Siegfried Lenz. Aufgrund seiner musikalischen Begabung war er Mitglied der „Dietenheimer Spatzen“. Es war für ihn ganz wichtig, dass er über ein eigenes Zimmer verfügte, sich nicht eingesperrt fühlte und von Anfang an unternehmungslustig war. Durch den Kontakt mit Gleichaltrigen wurde er, wie er meinte, auch frecher und mutiger.

Ein Nachdenken über seine Zukunft und der plötzliche Gedanke „Ich gehe in ein Kloster.“, sowie ein Besuch einer Mittagshore in der Abtei Münsterschwarzach, die vielen Exerzitien-gespräche mit P. Gilbert aus Bad Wimpfen und die Beschäftigung mit der Regel Benedikts, besonders mit dem Satz „Alle Geräte und den ganzen Besitz des Klosters betrachte er (der Cellerar) als heiliges Altargerät.“, bewogen P. Arno im Herbst 1959 in die Erzabtei St. Ottilien einzutreten, womit eine große Umstellung verbunden war. Nach dem Noviziat und der Ablegung seiner Profess am 19.9.1960 begann er in üblicher Weise mit dem Philosophiestudium an der eigenen Hochschule in St. Ottilien. Nach dem Abschluss folgte von 1962 – 1964 das Theologiestudium in München. Zum Diakon wurde er 1964 in Benediktbeuern geweiht. Da P. Arno Englischlehrer werden sollte, schickte ihn Erzabt Suso Brechter zum Studium nach Amerika. Mit einem Hochseedampfer kam er in New York an und lebte in der Abtei Newton. Von 1964 bis 1966 bildete er sich theologisch in der Conception Abbey weiter und machte auch dort seinen theologischen Abschluss. Die Semesterferien nutzte er, um Amerika mit einem eigenen Auto kennenzulernen. Die Priesterweihe erhielt er am 26. August 1965 in Boston, an der auch seine Eltern und seine Schwester teilnahmen. Primiz feierte er in der Abtei Newton und die Nachprimiz am 24. Juni 1966 in Bad Mergentheim. Schon in Amerika hatte P. Arno dem Erzabt mitgeteilt, dass ihm ein Zweitstudium Probleme bereite. Der Erzabt schrieb ihm postwendend: „Bewahre deine Seele.“

Nach seiner Rückkehr nach St. Ottilien wollte Erzabt Suso ihn weiterhin als Englischlehrer ausbilden lassen, stieß aber bei P. Arno weiterhin auf eine innere Sperre. So kam es für ihn zu vielen Aushilfen in der Umgebung von St. Ottilien. Nachdem sich die Abtei St. Georgenberg – Fiecht der Kongregation von St. Ottilien anschloss, wurden im März 1967 P. Arno und weitere Mitbrüder in die Abtei St. Georgenberg – Fiecht ausgesandt. Ursprünglich sollte er nur für ein halbes Jahr nach Fiecht, aber ein Jahr nach dem anderen verging, so dass er – mittlerweile heimisch geworden – seine Stabilität am 27. Dezember 1972 auf unsere Abtei übertrug. Kurz nach seiner Ankunft wurde er ohne pädagogische Vorbildung, wie er immer betonte, als Präfekt im Internat unserer Abtei eingesetzt. Trotzdem gelang es ihm, in dieser seiner fast 20-jährigen Tätigkeit die Schüler mit Theaterspielen, einem Musical, gemein-samen Zeltlagern, Missionsbasaren, Nachhilfeunterricht und einer facettenreichen Freizeitgestaltung zu begeistern und die Talente der ihm Anvertrauten zu fördern, so dass viele Schüler sich noch gerne an ihn erinnern, ihm dankbar sind und Kontakt mit ihm hielten. In der Hauptschule in Fiecht war er als Religionslehrer tätig.

Neben seiner Internatstätigkeit errichtete er ab 1969 auf Anraten des  Abtes Gregor Schinnerl in St. Georgenberg ein Kurszentrum, und im Sommer 1970 gab es das erste Kursangebot. Zuvor besuchte er für seine spirituelle Weiterbildung Kurse von Graf Dürck-heim, und es wurde der Kurs „Meditationswochen mit Bergwandern“ geboren. Jahr für Jahr bot er diesen Kurs aufgrund seiner Beliebtheit mehrmals an. Auf die Karwendel-Höhen wurde gewandert gemäß dem Ausspruch von Bischof Stecher, dass auch ein Weg über die Berge zu Gott führe. Zudem wurde ein jährliches Themenheft mit spirituellen Impulsen für die Meditationseinheiten erstellt. Die TeilnehmerInnen schätzten seine angebotenen Kurse, da er ihnen viel aus seinem spirituellen Schatz auf ihren persönlichen Lebensweg mitgab. So löste sich so mancher Lebensknoten bei ihnen im Laufe der Zeit, und sie durften im eigenen Leben viel Befreiung erfahren. Zu der eigenen Befreiung so mancher verinnerlichter Haltung beigetragen haben sowohl sein eigener Besuch des einjährigen Kurses „Spiritual counselling“ 1999 in St. Anselm in England als und auch die sakralen Tänze, da er sich im meditativen Tanzen ausbilden ließ und Tanzen zu seiner Leidenschaft geworden war. Einprägsam und Gewinn bringend waren für P. Arno auch die Begegnungen mit Friedrich Weinreb, da er ihm eine neue biblische Sicht vermittelte. Das hatte zur Folge, dass er auch Bibelkurse und Enneagramm-Exerzitien anbot. In guter Erinnerung sind auch seine Exerzitien geblieben, die er in europäischen Ordensgemeinschaften und in Übersee gehalten hat und seine spirituellen Reisen nach Burgund und Südtirol. In der Pfarre Terfens war er von 1991 – 1998 als Pfarrprovisor seelsorglich tätig, erteilte Religionsunterricht und war als aktiver Trompeter in der Bundesmusikkapelle Terfens engagiert. In der Pfarre Fiecht leitete er den Kirchenchor von 1988 – 1991, spielte selbst Geige und Gitarre.

Im Stift Fiecht war er lange Zeit Prior, nahm die Dienste des Novizenmeisters und des Cantors wahr und stellte sich als Redakteur des Missionskalenders zur Verfügung. Bis kurz vor seinem Tod betreute er als Webmaster unsere Homepage. Für die Dienste in unserer Gemeinschaft sind wir unserem verstorbenen Mitbruder sehr dankbar.

All diese Dienste und Kurse nahm er nach wie vor wahr, obwohl er ab 2005 Dialysepatient war, ihm 2011 eine neue Niere transplantiert und 2014 an seinem Rückgrat einige Wirbel versteift worden waren. Der Erfolg der letzten Operation blieb aus, da er immer gebeugter ging und viele Schmerzen erleiden musste.

Mit großem Interesse verfolgte er den Umbau des St. Georgenberg zu einem Kloster. Es  war sein ausdrücklicher Wunsch dorthin umzusiedeln und das größte Zimmer in der Klausur zu erhalten. Möge nun die Wohnung im Haus des Vaters ihm entsprechen.

Wir feiern für unseren Mitbruder P. Arno am Freitag, 30. Oktober 2020, um 14.00 Uhr in der Stiftskirche Fiecht das Requiem und setzen ihn gemäß seinem Wunsch in der dortigen Krypta bei.

Prior Administrator P. Raphael Klaus Gebauer OSB und Konvent der Abtei St. Georgenberg

Pater Arno Münz OSB gestorben

Die Hoffnung auf Leben hat sich erfüllt
für unseren Mitbruder


P. Arno (Winfried) Münz OSB
(Konventuale der Abtei St. Georgenberg)

geboren am 5. Februar 1940 in Kaiserslautern

Profess abgelegt am 19. September 1960 in der Erzabtei St. Ottilien

ordiniert am 26. August 1965 in Boston (USA)

Seine Stabilität übertrug er am 27. Dezember 1972 auf die Abtei Fiecht

gestorben am 16. Oktober 2020 in der Erzabtei St. Ottilien

Requiem und Beisetzung für P. Arno finden am Freitag, 30.10. um 14:00 in der Stiftskirche Fiecht statt.

Wir vertrauen ihn der barmherzigen Liebe Gottes

an.

Prior Administrator P. Raphael Klaus Gebauer OSB und Konvent


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Death Announcement
The hope for life has been fulfilled for our confrere



Fr. Arno (Winfried) Münz OSB
(member oft he abbey of St. Georgenberg)


He was born on 05. February 1940 in Kaiserslautern.

He made his profession on 19th September 1960 in St. Ottilien.

He transfered his profession on 27th Dezember 1972 to Fiecht.

He was ordained priest on 26th August 1965 in Boston (USA).

He died on 16th Oktober 2020 in St. Ottilien.

Requiem and funeral for P. Arno will take place on Friday, 30.10. at 14:00 in the in the Church of Fiecht.

We entrust him the merciful love of God.

Prior Administrator P. Raphael Klaus Gebauer OSB and the community

Pandemie

Pandemie

Gott, richte uns wieder auf (Ps 80,4)

Die Österreichische Bischofskonferenz hat am 19. März 2020 aufgrund der Pandemie bekräftigt:
Für den kirchlichen Bereich halten die Bischöfe zusätzlich bis auf Weiteres fest:
Alle öffentlichen Gottesdienste und religiösen Versammlungen sind untersagt.
Sämtliche kirchliche Veranstaltungen, die mit Versammlungen verbunden sind, werden abgesagt.

Für die Wallfahrtskirche St. Georg und für die Lindenkirche 

sowie für die Benediktinerabtei St. Georg  gilt:
Zum Schutz aller PilgerInnen und BesucherInnen sind alle Gottesdienste in der Wallfahrtskirche und der Chorkapelle St. Benedikt nicht mehr öffentlich zugänglich. (Die Bischöfe entbinden von der Sonntagspflicht.)Die Benediktinerabtei, das Geistliche Zentrum und der Klosterladen sind bis auf Widerruf für Gäste und Besucher geschlossen

Auf dem St. Geogenberg ist nur die Wallfahrtskirche St. Georg von 7.00 Uhr bis 17.00 Uhr für persönliches Beten geöffnet und zugänglich. Wer einen schwerwiegenden und dringenden Grund für eine Beichte hat, kann sich telefonisch (05242 63786-19) an mich, den Wallfahrtspater, wenden.
Ebenso stehe ich Ihnen in persönlichen, seelsorglichen oder geistlichen Angelegenheiten sowohl telefonisch als auch per Mail zur Verfügung.
Unsere Mailadresse: raphael@st-georgenberg.atTelefonisch erreichbar:  0043 (0)5242 63786 -19    (Prior Adm. P. Raphael OSB)

  -13    (Subprior P. Cornelius OSB)

Die Gottesdienstordnung ist deshalb veröffentlicht, damit Sie wissen, dass die uns anvertrauen 
Messintentionen persolviertwerden – das heißt: Die Intentionen werden von uns Mönchen gefeiert.

Bleiben Sie gesund!
Wir Mönche denken an Sie und sind im Gebet mit Ihnen verbunden.

In Verbundenheit grüßt Dich / Sie
P. Raphael Klaus Gebauer OSB

Prior Administrator und Wallfahrtspater

Gebet zum Hl. Benedikt

Die Benedictus – Novene

Litanei und Gebet zum Heiligen Benedikt von Nursia

in Notsituationen und bei Epidemien
für eine Novene
Herausgeber P. Raphael Gebauer, 6135 St. Georgenberg

Mann / Frau betet an 9 aufeinander folgenden Tagen:
9 Vater unser, ein Ave Maria und Ehre sei dem Vater, anschließend die Litanei
und das Gebet zum heiligen Benedikt.

Litanei zum heiligen Benedikt, dem Patron Europas

Herr, erbarme dich unser
Christus, erbarme dich unser
Herr, erbarme dich unser
Christus, höre uns
Christus, erhöre uns
Gott Vater im Himmel – erbarme dich unser
Gott Sohn, Erlöser der Welt
Gott Heiliger Geist
Heiligste Dreifaltigkeit, ein einziger Gott

Heilige Maria – bitte für uns
Heilige Mutter Gottes
Mittlerin aller Gnaden
Königin der Mönche
Heiliger Benedikt
du Ruhm von Nursia
dessen Name „Gesegneter“ bedeutet
reich begabt mit den Gaben des Heiligen Geistes
Bote des Friedens Christi
großer Liebhaber und Verehrer des Kreuzes Christi
Abt und Vater der abendländischen Mönche
erfüllt mit dem Geiste der Gerechten
Vater vieler Märtyrer-innen, Kirchenlehrer-Innen,
Bekenner-Innen und Jungfrauen
Wunder von Opfergesinnung und Buße

Heiliger Benedikt, Wunder von Bescheidenheit und Kraft
Heiliger Benedikt, Muster der klaren Erkenntnis des Seelenlebens
Heiliger Benedikt, Mann Gottes
Heiliger Benedikt, der du von früher Jugend an der Welt entflohen bist

Heiliger Benedikt
der du in der Einsamkeit zurückgezogen nur mit Gott und für Gott lebtest
der du deinen Körper in Dornen gewälzt hast, um deine Reinheit unversehrt zu bewahren
mit Gottes Wundermacht begleitet
der du Götzenbilder stürztest durch das Kreuz
der du die Versuchungen des Teufels vereiteltest durch das Zeichen des heiligen Kreuzes
der du die Bosheit beschämt hast durch das Kreuz der du Kranke geheilt, Tote auferweckt und Besessene erlöst hast durch dein vertrauensvolles Gebet
der du unbesiegbar warst in deinem Glauben, unerschütterlich in deiner Hoffnung und voller Hingabe in deiner Liebe zu Gott
der du nach Christi Vorbild sanftmütig und demütig von Herzen warst
der du die väterliche Güte mit einer weisen Strenge vereinigt hast
der du für Leidgeprüfte eine liebevolle Stütze warst, voller Mitleid und Dienstfertigkeit
der du treu in dir das Bild Christi gebildet hast
der du am Altare stehend Gott deine Seele zurückgeschenkt hast
Patron eines guten Todes
mächtiger Fürsprecher bei Gott für alle, die dich anrufen
du Patron Europas


Heiliger Vater Benedikt, würdiger Anführer eines gro ßen Heeres deiner Ordenssöhne und –töchter. Ich erinnere dich des schönen Todes, den der Herr dir gewährt hat. Aufrecht stehend und mit erhobenen Augen betend, gabst du deinem Schöpfer deine Seele zurück. Stehe mir einst in meiner Sterbestunde bei. Behüte mich vor den Angriffen des bösen Feindes und führe mich zu den ewigen Freuden.

Heiliger Vater Benedikt, du großer Helfer und Für- bitter, du Schrecken der bösen Geister, voll Vertrauen flehen wir zu dir in unserer Not.
Lege unablässig Fürsprache ein für uns in unserer großen Not am Throne Gottes und vertreib die bösen Geister mit all ihren schädlichen Einflüssen. Segne uns, wie du einst mit großer Kraft gesegnet hast. Wir bauen auf deine machtvolle Hilfe und danken Gott für deine Heiligkeit und Größe, die dir so wunderbare Fürbittkraft zukommen lässt.

Gott, du hast uns im heiligen Benedikt einen Meister und Lehrer geschenkt, der uns anleitet, dich zu su- chen und dir zu dienen. Gib, dass wir der Liebe zu dir nichts vorzíehen, sondern voll Freude und Zuversicht auf dem Weg deiner Gebote dir entgegenzueilen.

Heiliger Abt Benedikt, Patron Europas, bleibe uns immer nahe, besonders in der Stunde des Todes.

Veröffentlichung der Österreichischen Bischofskonferenz

Veröffentlichung der Österreichischen Bischofskonferenz

Gott, richte uns wieder auf (Ps 80,4)

Die Österreichische Bischofskonferenz hat am 19. März 2020 aufgrund der Pandemie bekräftigt: Die staatlichen und die Tirol betreffenden Anordnungen sind strikt zu befolgen, ebenso die diözesanen Vorschriften. Für den kirchlichen Bereich halten die Bischöfe zusätzlich bis auf Weiteres fest: Alle öffentlichen Gottesdienste und religiösen Versammlungen sind untersagt. Sämtliche kirchliche Veranstaltungen, die mit Versammlungen verbunden sind, werden abgesagt. Für die Wallfahrtskirche St. Georg und für die Lindenkirche sowie für die Benediktinerabtei St. Georg gilt: Zum Schutz aller PilgerInnen und BesucherInnen sind alle Gottesdienste in der Wallfahrtskirche und der Chorkapelle St. Benedikt nicht mehr öffentlich zugänglich. (Die Bischöfe entbinden von der Sonntagspflicht.) Die Benediktinerabtei, das Geistliche Zentrum und der Klosterladen sind bis auf Widerruf für Gäste und Besucher geschlossen Auf dem St. Geogenberg ist nur die Wallfahrtskirche St. Georg von 7.00 Uhr bis 17.00 Uhr für persönliches Beten geöffnet und zugänglich. Wer einen schwerwiegenden und dringenden Grund für eine Beichte hat, kann sich telefonisch (05242 63786-19) an mich, den Wallfahrtspater, wenden. Ebenso stehe ich Ihnen in persönlichen, seelsorglichen oder geistlichen Angelegenheiten sowohl telefonisch als auch per Mail zur Verfügung. Unsere Mailadresse: raphael@st-georgenberg.at Telefonisch erreichbar: 0043 (0)5242 63786 -19 (Prior Adm. P. Raphael OSB) -13 (Subprior P. Cornelius OSB)

Die Gottesdienstordnung ist deshalb veröffentlicht, damit Sie wissen, dass die uns anvertrauen Messintentionen persolviert werden – das heißt: Die Intentionen werden von uns Mönchen gefeiert. Bleiben Sie gesund! Wir Mönche denken an Sie und sind im Gebet mit Ihnen verbunden. In Verbundenheit grüßt Dich / Sie P. Raphael Klaus Gebauer OSB Prior Administrator und Wallfahrtspater

  • Veröffentlichung der Östereichischen Bischofskonferenz

Predigt von Bischof Hermann Glettler am 8.9.2019

Rückzug auf den Berg

Lesung: Weish 9,13-19; Evangelium: Lk 14,25-33

Die Benediktinermönche von Fiecht gingen nun definitiv an den geistlichen Ursprungsort ihres Stiftes zurück.
Ausschlaggebend für diesen Schritt waren nicht nurwirtschaftliche Überlegungen und die Tatsache, dass der Konvent zahlenmäßig sehr klein geworden ist. Mit dem Rückzug auf den St. Georgenberg wird ein geistliches Zentrum gestärkt, bzw. in neuer Weise aufgebaut. 

Die ursprüngliche Eremitenklause, die 1138 zur Benediktinerabtei erhoben wurde, gehört ja ohnehin schon seit
Jahrhunderten zu den stärksten Wallfahrtsorten Tirols. Der Rückzug auf den Berg hat eine symbolische
Strahlkraft und Radikalität, die sich auch in den Texten des heutigen Sonntags finden.

Der heilsame Rückzug
Um 950 hat der selige Rathold in der Schlucht des Stallentales auf einem Felsvorsprung für sich und eine kleine
Gemeinschaft von Eremiten ein Kloster errichtet. Er hat die exponierte Lage gewählt, um einen Ort zu haben, der die frei gewählte
Einsamkeit unterstützt und der Radikalität der Berufung entspricht – Alles zurücklassen und in die Fußspur Jesu
einsteigen, wie es im heutigen Evangelium heißt. Knapp 200 Jahre später nahm die Klostergemeinschaft die Regel des
Hl. Benedikt an. Kloster und Kirche wurden mehrfach von  Bränden zerstört und immer wieder neu errichtet.
Nach dem großen Brand von 1705 entschloss sich der Orden nach Fiecht hinunterzugehen.
1733 wurde das ehemalige Kloster am Berg als Wallfahrtshospiz wiederaufgebaut. 
St. Georgenberg ist ein geheimnisvoller Anziehungspunkt geblieben. Das Romantische und Rohe der Natur
hält sich hier gut die Balance. Der Rückzug der Benediktinermönche an ihren Ursprungsort ist mit Sicherheit 
keine Weltflucht und auch nicht die Wahl von einem komfortablen Leben – wenn auch das umgebaute und sanierte
Felsenkloster eine zeitgemäße, ästhetisch ansprechende Gestalt bekommen hat. Es hat Signalwirkung. 
Viele Menschen unserer Zeit machen sich auf den Weg. St. Georgenberg ist das Ziel für einen heilsamen Rückzug.
Ausschlaggebend kann eine Lebenskrise sein, die zu einer Unterbrechung drängt. Es kann der Wunsch nach Klarheit sein, 
weil eine wichtige Entscheidung ansteht. Es kann die Hoffnung auf Versöhnung sein, weil sich Schuld nicht einfach weg reden lässt.
Oder es ist einfach der innere Antrieb, Gott für die Größe und Schönheit des Lebens zu danken.
Kaum wo anders ist das intensiver und befreiter möglich als auf einer Anhöhe, deren sakrale Markierung schon Jahrhunderte alt ist. 

Die Botschaft der Berge
Religionsgeschichtlich spielen Heilige Berge eine große Rolle. Auch im Leben Jesu. Immer wieder zog sich Jesus auf den Berg zurück,
um zu beten – er wollte mit seinem Vater allein sein. Diese Verbundenheit mit seinem Ursprung war sein Lebensgeheimnis. 

Es sind drei „Berge“, die im Evangelium eine entscheidende Rolle spielen. 

Am Berg der Seligpreisungen verkündete Jesus die Magna Charta seines Lebens und seine Vision vom Reich Gottes.
Alle Heilig-Land Pilger wissen, dass die Anhöhe unmittelbar am See von Galiläa nicht als Berg zu bezeichnen ist. Nicht die
geographische Verortung ist entscheidend, sondern der Hinweis auf den Berg Sinai. Dort wurde das Gesetz durch Mose 
gegeben, hier verkündet Jesus die Neue Botschaft. Sein Programm ist tröstend und revolutionär zugleich. Nicht die Mächtigen,
sondern die Ausgegrenzten, Trauernden und Barmherzigen werden glückselig sein. 
Dieses Leitwort ist eine befreiende Alternative zu allen Ansagen von Gewalt und Verdrängung.

Am Berg Tabor hat Jesus drei ausgewählten Jüngern in einer überwältigenden Schau das lichtvolle Geheimnis
seiner Person erleben lassen. Sie durften eintauchen in das Geheimnis der Gegenwart Gottes. 
Die Verklärung Jesu ist keine äußerliche Show. Wer an ihn glaubt, wird von ihm verwandelt. Ja, wir haben es nötig,
dass die vielen Bereiche der Dunkelheit in uns vom Licht Jesu aufgedeckt, durchdrungen und verwandelt werden.
Der dritte „Berg“ im Evangelium ist der Hügel außerhalb der alten Mauern von Jerusalem. 

Am Berg Golgotha wurde Jesus als gottverlassener Verbrecher hingerichtet. Die erlittene Gewalt hat er durch Liebe überwunden.
Auf diesem Berg wurde die Todesspirale abgründiger Bosheit und Vergeltung durchbrochen. 
Versöhnung und Neubeginn sind möglich. Das Leben hat gesiegt.

Auftrag und Sendung
Fünf Mönche der Missionsbenediktiner, deren Kongregation seit 1967 im Stift Fiecht lebt, werden nun hier am St. Georgenberg wohnen.
Zwei Brüder sind aufgrund von Alter und Gebrechlichkeit im barocken Stift geblieben. Das Kloster auf dem markanten Felsvorsprung
wird in neuer Weise ein Ort des Gebetes und der Gastfreundschaft im Sinne des Hl. Benedikt sein. 
Auch Zimmer für Gäste sind vorhanden. Der geistliche Dienst der Mönche für alle Gläubigen und Suchenden,
die hierher kommen, ist von großer Bedeutung: Es ist das verlässliche Psalmengebet und die Feier der Eucharistie, stellvertretend für viele,
die in der Nervosität unserer Zeit nicht zur Ruhe kommen. 
Es ist das Angebot einer geistlichen Begleitung, die man hier wahrnehmen kann, und das Sakrament der Versöhnung.
Gerade das Letztgenannte kann eine unerwartete Befreiung und Entlastung schenken – auch wenn vielen die Praxis der Beichte
abhandengekommen ist. Es ist einen neuen Versuch wert.

Alle, die am St. Georgenberg für sich eine ruhige Zeit gesucht haben oder anlässlich einer offiziellen Wallfahrt an diesen Ort der Gnade
gekommen sind, gehen beschenkt und gesegnet nach Hause. Das ist eine vielfach bestätigte Tatsache. 
Das Erfreuliche und Abgründige von uns Menschen hat hier Platz. Nichts muss verdrängt oder als Last einsam getragen werden.
Die schmerzensreiche Mutter vom St. Georgenberg, dargestellt in der gotischen Pieta, nimmt die Gebete der Pilger entgegen.
Auch die fragmentierten oder unfrommen Gebete kommen an. 
Maria, die Mutter Jesu, vermittelt einen Trost, der sich schwer in Worte fassen lässt. Sie hält und verweist uns auf ihren Sohn,
der auf den drei Bergen des Evangeliums sein Herz gezeigt hat – am Berg der Seligpreisung, der Verklärung und Versöhnung.
Der Segen Gottes möge auch in Zukunft  von diesem exponierten Ort ausgehen und die Gesegneten werden selbst zum Segen –
n allen Höhen und Niederungen des alltäglichen Lebens.

Abtpräses Jeremias: Rede bei der Übernahme 28.6.2018

 Ansprache bei Festakt zur Übergabe des Stiftsgebäudes von Fiecht

28. Juni 2018

von Abtpräses Jeremias Schröder OSB

Da P. Raphael die Anwesenden schon ausführlich vorgestellt hat, darf ich Sie und Euch
kollektiv ansprechen mit einem einfachen
Liebe Festversammlung!

Schon vor dem folgenreichen Beschluss des Konventes vom 30. Mai 2016 und erst
recht danach war ich immer wieder hier. Prior Administrator P. Raphael bat mich,
das zu begleiten, was hier von den Mitbrüdern und unseren Beratern vorbereitet
und vorangebracht wurde: die Übergabe des Stiftskomplexes an einen neuenEigentümer,
die heute erfolgt, und die noch bevorstehende Rückkehr des Konventes auf den St.-Georgenberg.

Es ehrt mich, dass P. Raphael mich gebeten hat, mit ein paar Worten zu umreißen,
was das alles für uns bedeutet.
Anders, als das sonst üblich ist, möchte ich meinen Dank nicht am Schluss
aussprechen, sondern mit einer Danksagung beginnen. Mir scheint das ein gut
katholischer Ansatz: zu allererst einmal anerkennen wir, dass wir nur durch die
Gnade Gottes irgend etwas erreichen können. Und wir bekennen, wofür wir wir
Grund haben dankbar zu sein, auch gegenüber den Vielen, die uns in den letzten
Jahren unterstützt haben.

2. Danken
Zunächst will ich die Entschlussfreude des Konventes loben. Die Mönche von
Fiecht waren bereit, in einer schwierigen Situation die Zukunft beherzt in die Hand
zu nehmen. Das ist nicht überall so – ich kenne etliche Gemeinschaften, die nicht willens sind,
Entscheidungen zu treffen. Veränderungen werden dort nurmehr erlitten, nicht –
wie hier –  gestaltet. Das macht mich stolz auf den Fiechter Konvent, aber es ist vor
allem auch Grund für Dankbarkeit.

Nach der Entscheidung vor gut zwei Jahren sind wir zunächst an unsere hiesigeDiözese herangetreten. 
Jakob Bürgler, damals der Generalvikar des Bistums Innsbruck, hat aus seiner Kenntnis unserer Lage
sehr viel Verständnis aufgebracht
für unseren Entscheidungsweg. Das hat ihm durchaus auch Kritik eingetragen.
Er hat uns beraten, zu gegebener Zeit auch hilfreiche Angebote gemacht und
die Kompetenz seines Mitarbeiterstabs zur Verfügung gestellt. Das war eine
beispielhafte Kooperation – wir kennen das auch anders. Auch der neuernannte Bischof   hat, in dem Maße in dem er sich
mit der Situationund unserem Vorhaben vertraut machen konnte, unser Vorhaben unterstützt.
Dass wir die für eine Veräußerung dieser Größenordnung notwendige Genehmigung des Vatikans in
Rekordzeit erhalten konnten, lag wesentlich an der eindeutigen Befürwortung aus dem Innsbrucker Bischofshaus.

Ganz wichtig war stets und bleibt die Zusammenarbeit mit den Kommunen. Mit den Bürgermeistern von Vomp und Stans 
gab es viele gute Gespräche, die uns halfen, praktikable Perspektiven zu entwickeln.
Mein Dank gilt hier besonders auch der Großherzigkkeit, mit der anfängliche Kommunikationsstörungen überwunden
werden konnten.

3.
Die Umnutzung eines jahrhundertealten Stiftes hat überregionale politische Bedeutung, und so sind wir sehr früh
auf das Land Tirol zugegangen. Im Büro des Landeshauptmanns gab es eine sehr konstruktive Haltung.
Ein Zeichen dafür war, dass Entscheidungen rasch getroffen und auch mitgeteilt wurden.
Auch das kann man anderswo ganz anders erleben.

Wie die Diözese so sah allerdings auch das Land keine Möglichkeit, diesenbedeutenden Baukomplex in eigener
Regie einer neuen Nutzung zuzuführen. Wir mussten uns deshalb auf den freien Markt wagen, bei einem Objekt dieser
kulturellen und religiösen Bedeutung durchaus eine heikle Angelegenheit. Ich halte es für einen großen Glücksfall,
dass es Prior-Administrator P. Raphael gelang, Diplomingenieur Andreas Falch als Koordinator aller unser Bemühungen
zu gewinnen. In den zurückliegenden zwei Jahren arbeitete er unermüdlich an derEntwicklung dieses Projektes.
Dazu gehörten eine umfassende Bestandsaufnahme und erste Bewertungsversuche, Beziehungen mit Kaufinteressenten,
politischen und kommunalen Verwaltungsebenen, kirchlichen und kulturellen Institutionen.
Fast alle heute hier Anwesenden haben in den vergangen 24 Monaten Kontakt mit Herrn Falch oder seinen Mitarbeitern gehabt.
Spürbar war dabei für mich immer wieder, dass Herr Falch nicht nur als kompetenter Immobilienentwickler in
Erscheinung trat, sondern auch als Tiroler Patriot, dem es ein Herzensliegen ist, dass die Übergabe des Stiftes Fiecht in einer Weise
geschieht, die dem Inntal gut tut.

4.
Am wichtigsten wurde für dieses dem Inntal-Gut-Tun der Käufer. Genau heute
vor einem Jahr konnte die Abtei einen Letter of Intent mit Dr. Christoph Swarovski abschließen, der die Situation und Bedürfnisse
der Klostergemeinschaft wie auchdie Interessen der Region beherzigt und inzwischen in einen rechtskräftig unterzeichneten Vertrag
überführt worden ist. Über sein Vorhaben wird Dr. Swarovski vermutlich selber gleich sprechen, weshalb ich das
nicht ausführen muss.

Wir haben ihn bei den vielen Fragen, die in den vergangenen Monaten aufgetauchtsind, immer wieder als einerseits
sehr zielstrebig aber auch als sehr respektvoll erlebt. Hilfreich war sicher auch, dass er viele Details dem Verhandlungsgeschick
von Dr Nuener überließ, der hier ebenfalls genannt gehört. Das Endergebnis kommt den Erwartungen und auch Befindlichkeiten
des Konventes in vielen Punkten entgegen, berücksichtig die berechtigten Anliegen der Öffentlichkeit in punkto Kultur und Denkmalschutz
und gibt Dr. Swarovski doch Handlungsfreiheit zur Gestaltung und Nutzung dieses geschichtsträchtigen Raums.

Meine Danklitanei kommt allmählich ans Ende, aber ich möchte doch auch nocheinmal erwähnen, wie wichtig es für uns
und vermutlich für die meisten hier ist, dass die heutigen Veränderungen die Bedingungen dafür schaffen, dass wir
Benediktiner vor Ort bleiben können: Im traditionellen Stammsitz auf dem Georgenberg, in der Region, im Bistum.
Gott sei’s gedankt!

5. Bekennen
Nach dem Danken soll aber auch ein Bekenntnis folgen. Denn dass ein Stift nach dreihundert Jahren von den Mönchen freiwillig
verlassen wird, ist ja nicht gerade die Krönung einer grandiosen Erfolgsgeschichte. Ich möchte deshalb einige Punkte wenigstens anreißen,
die verdienen genannt zu werden und die trotz der positiven Grundstimmung dieses Tages nicht untergehen sollen.

Die Rahmenbedingungen für die Existenz des Stiftes als Kloster hier im Tal sind im 20. Jhd. immer schwerer geworden.
Das gilt ökonomisch – die sanfte Enteignung des Achensees im Jahre 1919 durch die Stadt Innsbruck sei nur als Beispiel genannt.
Das gilt auch landschaftlich. Franz Caramelle schrieb 1985 diesen prophetischen Satz: „Auch das Kloster Fiecht hatte früher große
kulturlandschaftliche Bedeutung, heute ist allerdings sein äußeres Erscheinungsbild durch die starke Verbauung seiner Umgebung
und die Nähe der Autobahnempfindlich gestört.“ Das hiesige Teilstück Jenbach-Weer wurde 1970 eröffnet.

6.
Drei Jahre zuvor war das alte tirolisch-österreichische Stift Fiecht der Kongregation der Missionsbenediktiner beigetreten –
aus einer Verbundenheit mit der OttilianerMission, aber auch aus Personalnot. Ich habe gestern die alten Personalverzeichnisse
durchgesehen. In den folgenden fünf Jahrzehnten kamenmmindestens 21 Mönche für einige Jahre oder fürs ganze Leben hierher,
die meisten aus St. Ottilien, aber auch aus Münsterschwarzach, Meschede und Mvimwa. Sie haben vieles aufrechterhalten,
anderes neu geschaffen; mit großem persönlichen Einsatz und natürlich auch mit Schwächen, wie in jedem Kloster und jeder
menschlichen Gemeinschaft. Nüchtern muss man aber auch festhalten: Es ist nicht gelungen, genug Tiroler für ein Leben
in diesem Kloster zu begeistern. Inzwischen ist der klösterliche Nachwuchs auch außerhalb von Tirol geringer geworden,
und die deutschsprachigen Häuser können diese Gemeinschaft nicht mehr so verstärken, wie es bisher möglich war.

Einer der heute Anwesenden hat mir erzählt, wie er vor einigen Monaten mit einem emeritierten österreichischen Bischof
auf der Autobahn am Stift vorbeikam. Da entfuhr dem Prälaten: „Wos reden die Ottilianer von Ägypten. 
Daher sollens die Leit schicken.“

In den vergangenen Jahren habe ich mir diese Frage immer wieder gestellt. Wäre es richtiger, so ein ehrwürdiges Haus
wie Fiecht zu erhalten und dafür auf den einen oder anderen Neuaufbruch in unserer Kongregation zu verzichten?
Nun, die Antwort wird ja auch mit dem heutigen Festakt gegeben: die Missionsbenediktiner nehmen in unsentimentaler Weise hin,
dass ein Klosterstandort auch einmal aufgegeben werden muss. Wir haben das oft genug erlebt. Unser Ziel ist nicht die
Aufrechterhaltung eines status quo, sondern die lebendige Weitergabe von Glaube und Mönchsleben. Nur weil wir zulassen, dass einmal
etwas zu Ende geht, können wir auch ermöglichen, dass anderswo etwas beginnt.

7.
Ich kann Ihnen aber auch versichern, dass es leichter ist, diesen Satz hier heute zu sagen als ihn im Angesicht
der tausendjährigen Klostergeschichte dieses Ortes im eigenen Herzen hin- und herzubewegen. Denn natürlich ist das auch
ein schwerer Tag. Zum benediktinischen Leben gehört, so hat man uns gelehrt, eine dreifache Liebe:
amor Dei, fratrum, loci. Liebe zu Gott, Liebe zu den Brüdern, Liebe zum Ort. Die Mitbrüder, die heute hier sitzen,
geben einen Ort auf, in den sie Jahre und Jahrzehnte ihres Lebens ihre Energie und auch ihrer Liebe hineingesteckt haben.
Mein eigenes Bedauern vermag nicht, an die Tiefe dieses Schmerzes zu rühren, der von den Hiesigen tapfer ertragen wird.

8. Hoffen
Auch das soll einmal gesagt werden. Aber mit diesem ernsten Gedanken will ich
nicht enden. Auf Dank und Bekenntnis muss – christlich gesprochen – ein Wort der Hoffnung folgen. Und wir verbinden
mit diesem heutigen Akt viele Hoffnungen.
Erst einmal Hoffnung für Fiecht. Es wird hier nach menschlichem Ermessen gut weitergehen. Diese Stiftskirche wird mit dem
heutigen Tag in die Nutzung durch Diözese und Pfarre übertragen; zugleich tritt Dr Swarovski großzügig in die
Erhaltungspflichten des Grundeigentümers ein. Hier in diesem Gotteshaus wird weiterhin Litiurgie gefeiert werden, hier wird auch
weiterhin ein Ort des Gebetes und des Kunstgenusses sein. Im eigentlichen Stiftsgebäude erhoffe ich mir Vieles und Großes,
vielleicht auch Dinge, auf die wir Benediktiner nie gekommen wären – aber darüber wollte ich ja nicht sprechen:
Dr. Swarovski kann dazu etwas sagen.

9.
Alle Kulturgüter, die nicht mit auf den Georgenberg gehen, verbleiben hier an ihrem angestammten Ort. Unser Vertragswerk
behandelt ausführlich ihre Konservierung und den Zugang zu ihnen. Wir haben in den letzten Monaten durchaus bemerkt, dass es hie und da
begehrliche Blicke auf einzelne Objekte gegeben hat. Aber wir – und zwar Kloster ebenso wie Dr Swarovski – sind uns einig,
dass diese Kulturgüter in dem Rahmen, in dem oder für den sie entstanden sind, den besten denkbaren Platz haben.

Besonders hoffnungsvoll blicken wir allerdings auf den St. Georgenberg. Er wird wieder, was er einstmals war:
Sitz einer ganzen Mönchsgemeinschaft, die dort oben betet und lebt, und für die Pilger und Besucher da ist. Es wird da oben ein anderes
Leben sein als hier im Tal, darüber sind sich alle Mitbrüder im Klaren. Einige denken daran mit leichtem Schauder, andere voller
freudiger Erwartung. Es ist eine Rückkehr zum Ursprung, und zwar nicht nur geographisch. Da oben werden die Mönche oft
unter sich sein, am Morgen und am Abend, und wohl auch wenn der Winter einzieht. Die Mönche auf dem Georgenberg werden
etwas von Einsiedlertum des seligen Rathold erleben, und auch etwas von den Ursprüngendes Mönchtums in der Wüste, wie wir es
im schon genannten Ägypten auch gerade erleben. Diese Rückkehr ist ein Abenteuer. Es bietet die Chance, dem benediktinischen Mönchtum
in Tirol noch einmal ganz neu eine Gestalt zu geben, die aus unseren Wurzeln kommt.

Kürzlich traf ich einen Innsbrucker Theologieprofessor, Dr. Siebenrock, und wir kamen über den Georgenberg ins Gespräch. Er sagte mir
etwas sehr Schönes: „Der Georgenberg ist ein Wallfahrtsort für alle Tiroler, egal ob sie gläubig sind oder nicht.“ Wenn es gelingt, diese
Offenheit des Georgenberges zu erhalten und weiterzutragen, dann bleibt er ein Gnadenort, auf dem die Benediktiner ihren
missionarischen Dienst verrichten.

Das ist so ungefähr mein letzter Gedanke: die Übergabe von Fiecht und dieRückkehr auf den Georgenberg kann dieses Kloster
befähigen, noch deutlicher Missionsort zu sein. Die dreihundertjährige Geschichte des Stiftes hier im Tal geht heute als
Klostergeschichte zu Ende und beginnt als etwas ganz Anderes neu. Die tausendjährige Geschichte des Gnadenortes auf dem Berg
empfängt daraus heute neues Leben.

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Benediktinerkloster u. Wallfahrtsort
St. Georgenberg 181
6135 Stans

Tel.: 05242 / 63786 – 19

e-mail: raphael@st-georgenberg.at