Aktion 2020

Ich als Wallfahrtspater lasse mich von unserem Ordensvater, dem hl. Benedikt von Nursia inspirieren, der in seiner Regel im Kapitel drei schreibt: „Sooft etwas Wichtiges im Kloster zu behandeln ist, soll der Abt die ganze Gemeinschaft zusammenrufen und selbst darlegen, worum es geht. Er soll den Rat der Brüder anhören und dann mit sich selbst zu Rate gehen. Was er für zuträglicher hält, das tue er. Dass aber alle zur Beratung zu rufen seien, haben wir deshalb gesagt, weil der Herr oft einem Jüngeren offenbart, was das Bessere ist. Die Brüder sollen jedoch in aller Demut …ihren Rat geben.“ (RB 3, 1-4)

Was der heilige Benedikt in seiner heiligen Regel für den einzelnen Mönch und seine Klostergemeinschaften niedergeschrieben hat, möchte ich als Wallfahrtspater auch bei der Gemeinschaft der Pilger-Innen des Wallfahrtsortes St. Georgenberg anwenden, da ich davon ausgehe, dass einem jeden Christ durch Gott der Heilige Geist in Taufe und Firmung geschenkt wurde und dass dieser Geist auch heute in dieser Gegenwart wirkt. 

Ich, der Wallfahrtspater, habe diese Aktion am 27. Januar 2020 eröffnet

  • dem Gedenktag der Apostelschüler des heiligen Paulus – Timotheus und Titus –  

Diese Aktion wird am 31. Dezember 2020 enden.

Ich würde mich freuen, wenn Du / Sie sich als Pilger-In sich auf dem St. Georgenberg bei Gottesdiensten (als (erwachsener) Ministrant, als Lektor-In, als Kommunionhelfer-In)oder bei anderen Veranstaltungen engagierten. Ich bedanke mich schon im Voraus recht herzlich

Möge Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist, und uns in Taufe und Firmung den Heiligen Geist geschenkt hat, unser aller Tun mit seinem Segen begleiten.

P. Raphael Klaus Gebauer OSB

Prior Administrator der Abtei

Wallfahrtspater des Wallfahrtszentrums

Als glaubende Pilger dürfen wir wissen, dass der Gott, der uns ins Leben gerufen hat und sich in Jesus von Nazareth unüberholbar an die Menschheitsgeschichte gebunden hat: der treue Gott ist, der in allen Wegen und Umwegen, die wir machen mögen, sein Ver-sprechen einlöst: „ICH BIN Da.“(Ex 3,14). 

Diese unverbrüchliche Treue wird uns in der Taufe zugesprochen: „Ich werde mit dir sein, wohin immer dein Weg führt.“ Dieses Verheißungswort Gottes steht über dem gesamten Weg des Menschen. So wie das Kind zu dem Namen erwacht, den die Eltern ihm gegeben haben und bei dem es in der Taufhandlung angesprochen wird, so erwacht es in diese Verheißung Gottes hinein. Es wird wie ein Baum, an „lebendiges Wasser gepflanzt“ (Ps 1,3). Gott selber definiert sich als das Wasser, das dem Leben diees Baumes dienen will. Der Taufquell ist Lebenswasser und symbolisiert die Wünsche Gottes, dass wir „das Leben haben, und zwar in reicher Fülle“ (Joh 10,10); vergleiche dazu die zahlreichen Bilder der Bibel von der überströmenden Fülle des Wohlwollens Gottes, z.B.   Ps  65.

Von hier versteht sich auch die Besiegelung des Täuflings mit dem Kreuzzeichen: dieses kleine Kreuz auf der Stirn erinnert an die „Eigentumsmarke“, die die antike Sklaven auf der Haut trugen. In dem uns das Kreuz auf die Stirn gezeichnet wird, sagen wir dem Täufling: Du bist nicht mehr Eigentum des Staates, du bist nicht Eigentum deiner Eltern, auch nicht Eigentum der Kirche, sondern du gehörst Gott. Das heißt: du bist „berufen zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes“ und Gott ist der, der mit dir nach dem Weg sucht, den dein Fuß gehen kann.

Indem die Kirche einen Täufling in die Gemeinschaft der Glaubenden aufnimmt. Sagt sie ihm: „in Gottes Namen“ zu, dass sein Leben gelingen soll. Das zu gelingendem Leben auch Schmerz, Enttäuschung, Zumutungen gehören, die wir nicht zu akzeptieren vermögen, wird dabei unterstellt. Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs ist kein Schönwettergott, kein Baal, der strotzende Fruchtbarkeit garantiert. . Es ist der dunkle Gott, der Abraham aufgefordert hat, seinen einzigen spätgeborenen Sohn Isaak zu opfern (Gen 22), der Gott, der Hiob und des Jeremia, der Gott von Gethsemane und Golgotha. Es ist der Gott, der die Leiden der Menschen kennt (Ex 3,7), ihre Tränen in einem Krug sammelt (Ps 56,9), der aus dem toten Schoß der Sarah Kinder zu erwecken vermag und „was nicht ist, ruft, dass es sei“ (Röm 4,17), der „die Mächtigen vom Throne stürzt und die Niedrigen erhöht“ (Lk1,52), der den Baustein, den die Bauleute verworfen haben, zum Eckstein gemacht hat“ (Ps 118,22) von dessen Liebe uns nichts im Himmel und auf Erden zu trennen vermag (Röm 8,38f).

Indem die Kirche dem Täufling diese Zusage Gottes im Voraus zu dem Leben, das noch ungelebt ist, zuspricht, nimmt sie sich selbst in die Pflicht, „in Gottes Namen“ Anwalt dieses Menschen zu sein, seines individuellen Lebensweges, seiner Freiheit auch wo sie zu Entscheidungen kommt, die die Gemeinschaft der Kirche nicht mehr verstehen und mittragen kann. Sie darf sich als Kirche nie mehr von diesem Menschen distanzieren.  Indem sie dem Täufling das Sakrament der Taufe spendet, wird sie auch selber sakramental an diesen Menschen gebunden:

Sie muss diesem Menschen zum Sakrament, das heißt zum Zeichen und Weg in die herrliche Freiheit der Kinder Gottes werden; sie darf ihm diesen Weg nicht verstellen, darf nicht zum Sakrament der Vereinnahmung, der Unfreiheit oder der Ängstigung dieses Menschen werden, sonst würde sie die Dinge auf den Kopf stellen. Sie würde selber zum Diabolus.