Die Geburt unseres Klosters

In der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts gründete Rathold von Aibling aus dem Geschlecht der Rapotonen, das im Tiroler Unterinntal begütert war und zeitweilig den Grafen für das Inntal stellte, im Stallental nördlich von Schwaz in Tirol eine klösterliche Niederlassung.
Die älteste gedruckte Chronik von St. Georgenberg (um 1480) berichtet, dass Rathold zuerst als Einsiedler in einer nahegelegenen Höhle gelebt habe und sich ihm nach und nach Gefährten angeschlossen hätten.

Obere Reihe:
1. Der selige Rathold, Gründungsurkunde 1138 Kaiser Heinrich IV mit Abt Eberhard, Gründungslegende
2. Inkunabel, Knauf des Ratholdstabs, buchschreibender Mönch, Darstellung des Blutwunders
3. Reihe: Pieta, versiegelte Handschrift, Siegel, Lawinenunglück
4. Reihe: verbrannter Buchdeckel 1705, ein Modell der früheren Abtei, Darstellung der Werkstätten, Ginerkrippe
5. Reihe: Gemälde Fiecht (Ferdinandeum, Richtung Kufstein, Richtung Innsbruck) , P.Andreas Amrhein, Gründer
der Kongregation von St. Ottilien, 5-armiger Leuchter
6. Reihe: Märtyrerbischof Cassian Spieß, aus St. Jakob in Tirol, ermordet in Mikukujumbu, Tansania, 1905 , Bischof Bonifaz Sauer + Gefängnis Pjöngjang, 1950, afrikanische Darstellung, Masken
7. Unteres Bild: Sklavenboot, Mapitomaske, Afrika, Grabbeigabe Korea 7. Jh, Arche Noah

KURZER ÜBERBLICK

Zu den ersten Wohltätern der Kirche des Hl. Georg und seiner Eremiten- vereinigung zählte der Brixner Bischof Albuin, der zwei Höfe schenkte (ca. 995-1005). Schenkungen mehrerer Adeliger kamen bald hinzu.

Bilder von einst (früherer Museumsgang)

1097 übereignete Kaiser Heinrich IV. sechs Höfe im Unterinntal sowie Leibeigene. Durch Heinrich soll auch die Reliquie des Hl. Georg an das Kloster St. Georgenberggekommen sein, was in der Folgezeit
ein reges Wallfahrtswesen bedingte.

Kurz vor dem Jahre 1141 verschrieben die Brüder Dietrich und Gerwin von Schlitters im Zillertal und ihr ,,sororius“ (Schwager oder Neffe), der Kleriker Heinrich, dem Kloster den Achensee und das nördliche Achental bis an die Grenzen des Bistums Brixen, wofür sie sich das Begräbnisrecht „super altare sancti Georgii“ sicherten.

Von Bischof Reginbert von Brixen wurde die klösterliche Gemeinschaft zu einer Benediktinerabtei erhoben, die Bestätigung durch Papst lnnozenz II. erfolgte am 30. April 1138. Nach Großbränden (1284, 1448) und Pest des 14. und 15. Jh. konnte sich das Kloster unter Abt Kaspar II. Augsburger kurzzeitig erholen. Doch aufgrund mehrerer Epidemien und den Folgen der Reformation verwahrloste das Kloster erneut. Nach dem dritten Brand von 1637 wurde das Kloster erneut aufgebaut; erste Pläne einer Trans- ferierung des Klosters, entstanden, die jedoch erst nach einer weiteren Zerstörung durch den Brand von 1705 vollzogen wurde.  

1706 wurde mit den Bauarbeiten begonnen, zwei Jahre später konnte der Klosterbau in Fiecht bezogen werden. 1807 wurde das Kloster von der bayerischen Regierung aufgehoben, 1816 kehrten die Benediktiner von St. Georgenberg nach Fiecht zurück. 1868 bis 1870 musste der Konvent aufgrund eines Brandes vorübergehend in Rotholz untergebracht werden. 1941 wurde das Kloster aufgehoben. Erst 1950 wurde es den Benediktinern zurückgegeben.
Wir Mönche lebten  etwas über 300 Jahre im Inntal. 
Ab August 201o zogen sie in die alte, aber stark erneuerte Abtei st, Georgenberg zurück

In der im Foto dargestellte Ratholdshöhle soll der Beginn unserer Geschichte gewesen sein

Ratholdshöhle unterhalb des heutigen St. Georgenbergs

Höhle