Schriftgrad:

Öffnungszeiten der Stiftspforte

Montag bis Samstag
08.00 Uhr–12.00 Uhr
14.00 Uhr–16.30 Uhr 
  

Sonn- u. Feiertage
10.30  Uhr-11.30 Uhr
14.00 Uhr-16.30 Uhr

Helfen Sie jetzt!

                                            btn donate LG

Newsletter Anmeldung


 


5e59bcf285469ac5dc0443fc1c051db7 


Wie kann eine Berufung erkannt werden?

Grundlegend gelten die allgemeinen Kriterien für das Erkennen des Willens Gottes. Das braucht Einübung. Nur wer einen Weg mit Gott geht, kann vertraut werden mit seiner Wegführung. Eine Hilfe ist eine geistliche Begleitung durch einen Menschen, der selbst den Weg der Berufung gegangen ist und immer wieder neu geht. Aber niemand kann mir von außen sagen, was Gott von mir will, denn: Berufung ist die Frucht eines Dialogs zwischen dem rufenden Gott und dem hörenden, freien Menschen. Der Anruf Gottes ist leise. Man muss nicht auf außergewöhnliche Ereignisse, nicht auf mystische Erfahrungen warten. Aber ich muss lernen und mich darin einüben, den Anruf Gottes zu hören und darauf zu antworten.

Ein Anzeichen, dass Gott mich in eine größere Nähe ruft, kann sein:

- Ich spüre eine wachsende Unruhe in der Tiefe meines Herzens, die sich so artikuliert: „Das kann doch nicht alles sein!“ Dies darf jedoch nicht verwechselt werden mit Unzufriedenheit oder mit der Flucht vor der realen Wirklichkeit.

- Ich nehme eine wachsende Sehnsucht nach dem Evangelium zu leben wahr. D.h., in mir wird immer mehr der Wunsch wach, so zu leben, so wie Jesus selbst gelebt hat: ohne falsche Kompromisse, im Vertrauen auf Gott, in großer Freiheit und Unabhängigkeit von materiellen Bedürfnissen. Ein Echtheitskriterium ist, ob ich erste Schritte gehe und das Evangelium im Alltag zu leben beginne.

- Ich erkenne bei mir ein wachsendes Hingezogensein zu Gott. Das geistliche Leben ist mehr als eine punktuelle Begeisterung. Ohne eine intensive Beziehung zu Gott kann ich nicht leben. Konkret kann das werden in der wachsenden Liebe zum Gebet, zur Stille, zur Heiligen Schrift, zur Heiligen Messe.

- In mir wächst die Bereitschaft, Gemeinschaft mit zu tragen. Jeder Christ muss auf eigenen Beinen stehen und selbstständig sein. Wer seine Verantwortung oder seine Persönlichkeit an eine Gruppe abtreten will, ist z.B. im Orden nicht am rechten Platz. Wenn in mir die Offenheit wächst, mich in eine Lebensgemeinschaft aus dem Evangelium einzubringen und Mitverantwortung zu übernehmen, kann das ein Anruf sein. Konkret ist die Nachfolge Jesu, wenn ich mich dafür entscheiden kann, mich selbst loszulassen und nach einer verbindlichen Gemeinschaftsregel zu leben.

- Eine wachsende Offenheit für den Weg der christlichen Ehelosigkeit macht sich breit. Die Einladung Jesu, um des Himmelreiches willen ehelos zu leben, wird als eine sinnvolle Lebensmöglichkeit entdeckt und zunehmend als ein weg der Liebe verstanden. Eine Ordensberufung könnte sein, wenn mich der Verzicht auf Ehe, auf sexuelle Beziehung und eigene Kinder zwar schmerzt, in mir aber doch eine liebende und tragfähige Freundschaft zu Jesus Christus wächst, die mich dazu drängt, Jesus diesen Verzicht zu schenken und ihm ganz zu anzugehören. Die Berufung zu einem Leben nach den evangelischen Räten wird sich auch darin zeigen, ob sich der Bereich der Sexualität und der Beziehung zu anderen Menschen zunehmend so ordnet und integriert, dass ein eheloses Leben lebbar und sinnvoll erscheint.

- Ein Zeichen der Berufung kann auch der wachsende Wunsch, den Glauben weiterzugeben, sein. Ich kann andere Menschen in ihren Fragen und in ihrem anderen Denken verstehen und respektieren, finde aber so viel Freude am Glauben, dass ich davon überzeugend reden kann und ihn gerne anderen weitergeben möchte.

- Ob eine Berufung wächst, zeigt sich auch in der zunehmenden Freude am selbstlosen Dienst für andere. Damit werden Konsum-Mentalität. Karriere-denken und eine egoistische Lebenseinstellung als lebensfeindlich durch-schaut. Es kann ein Anruf sein, wenn ich erfahre, dass mich selbstloses Dienen glücklich macht.

(Quelle: www.berufung.org)


Diese Kriterien sind Gesichtspunkte für eine verantwortbare Entscheidung. Sie sind keine Checkliste oder kein Eignungstest. Es bedarf von Seiten eines Interessenten und der Klostergemeinschaft eines eigenen Klärungsprozesses.

So wird ein Interessent gut daran tun, das Leben in unserer Abtei grundsätzlich kennen zu lernen. Daher ist es ratsam, eine Weile als Gast mit der Gemeinschaft zu leben (Kloster auf Zeit) und das Gespräch mit den entsprechenden Verantwortlichen zu suchen.

 

>>>>auch ein Weg für Dich?