Berufung zum Benediktinermönch

Immer wieder besuchen junge Mönche im Rahmen eines Austausches unser Kloster ora-lege-lege, bete, arbeite und lies – damit lässt sich einigermaßen die Regel Benedikts zusammenfassen, Die Kernbotschaft Benedikts ist das Evangelium. Das vorletzte Kapitel der Regel bringt die Spiritualität auf den Punkt. Christus nichts vorziehen. Benedikt ist maßvoll und kennt die Schwächen der Menschen. Diese mögen in allergrößter Geduld angenommen werden. Der Abt oder der jeweilige Obere tragen große Verantwortung. Schon bei Benedikt gibt es moderne Demokratie. An den Entscheidungen des Klosters sollen alle teilhaben. Kommt ein jüngerer Mensch ins Kloster, dann kann es sein, dass gerade diesen der Heilige Geist hergeführt hat, um neuen Aufbruch zu bewirken, schreibt Benedikt um das Jahr 527. Ein Leben lang Gott suchen ist die Aufgabe des Mönches. Auch für den Laien sind viele Kapitel anwendbar. Weitere Schwerpunkte sind die Liebe zu Gebet und Stille. Keine Übertreibungen sind im Sinne Benedikts, sondern maßvoll soll alles getan werden, in gegenseitiger Rücksichtnahme.

Die Lauterkeit des Herzens und der Gedanke, die Bescheidenheit und die Bereitschaft zum Dienst, die Geduld in Widerwärtigkeiten, das schon erwähnte rechte Maß, Zuverlässigkeit und Verantwortung, Liebe und Achtung vor jedem Menschen, Gastfreundschaft und Friedfertigkeit sind einige der Säulen der Gemeinschaft.
Benedikt nennt eine solche Gemeinschaft „Haus Gottes“
Er kennt jedoch den Unterschied zwischen Theorie und Praxis. So geht er auch auf viele Details ein, die zeigen, wie bodenständig er ist, ein Kenner der menschlichen Psyche, wissend, was alles einer Gemeinschaft widerfahren kann.

Auch Benedikt wurde aus der Gemeinschaft Vicovaro ‚ausgegraust‘.

Das spezifische Charisma einer benediktinischen Gemeinschaft ist die DISCRETIO, die auch im „ora ET labora“ sichtbar wird. Das UND ist wichtig und kann bei fast allen Tätigkeiten angewendet werden.
So zeigt sich das Charisma in Verbindung mit dem tätigen Leben mit tiefer Spiritualität. 
Selbst die Geräte des Klosters möge der Mönch wie heilige Altargefäße betrachten KAP. 31 der Regel
Das heißt. „alles“ diene zur Verherrlichung Gottes – Pfortendienst, Liturgie, Fensterputzen, Tisch decken, der Umgang mit dem Computer, Exerzitien und die gemeinsame Mahlzeit usw.
Alles konkrete Tun wird in den Dienst der Verherrlichung Gottes gestellt . Murren kann aufkommen, auch eine vergiftete Atmosphäre. Gegen solches hilft das Geschenk der Vergebung.

Die Mönche haben auch Anteil am modernen Leben, benützen das Internet, geben Kurse und bilden sich weiter. Seelsorge und Unterricht gehören vielerorts dazu. Sie haben Ferien und einige Kongregationen wie St. Ottilien haben große Missionsgebiete, die vielerorts heute von Einheimischen geleitet werden (Afrika, Asien, Südamerika, Kuba und andere)
Ein Wagnis, das sich lohnt!